„Bekenntnis und Verantwortung – Wir verbinden Europa!“

Tag der Heimat 2026 des Bundes der Vertriebenen in Rheinland-Pfalz

Ein deutliches Zeichen für Erinnerung, Heimatverbundenheit und europäische Verantwortung setzte der Bund der Vertriebenen Rheinland-Pfalz mit seinem diesjährigen Tag der Heimat in Worms. Zahlreiche Besucher aus dem ganzen Land waren der Einladung gefolgt. Im Mittelpunkt stand das Leitwort „Bekenntnis und Verantwortung – Wir verbinden Europa!“.

Landesvorsitzender Tobias Meyer konnte zahlreiche Gäste aus Politik und Gesellschaft begrüßen, darunter Landtagsvizepräsidentin Marion Schneid (CDU), weitere Landtagsabgeordnete sowie den für Integrationsfragen zuständigen Staatssekretär Dirk Herber.

Tobias Meyer erinnerte an das Schicksal von Flucht und Vertreibung. Erinnerung sei nicht nur ein Blick zurück, sondern auch eine Verpflichtung für Gegenwart und Zukunft. Die Erfahrungen von Heimatverlust und Vertreibung müssten deshalb ihren festen Platz im Bewusstsein unserer Gesellschaft behalten. Dabei gehöre zur historischen Wahrheit auch die Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus. Zugleich gelte: Unrecht bleibt Unrecht – auch wenn es auf vorhergegangenes Unrecht folgt.

Meyer bekräftigte die Forderungen des BdV nach einem hauptamtlichen Landesbeauftragten, insti-tutioneller Förderung und einer stärkeren Verankerung der Geschichte von Heimatvertriebenen und Spätaussiedlern in den Schulen. Besondere Aufmerksamkeit galt den deutschen Minderheiten in Mittel- und Osteuropa. Ihr Einsatz für Sprache, Kultur und Identität verdiene Unterstützung und Anerkennung.

Anlässlich des 85. Jahrestages des Stalin-Erlasses erinnerte Meyer zudem an die Deportation und Entrechtung der Wolgadeutschen und mahnte auch im Umgang mit Russland zu einer ehrlichen Auseinandersetzung mit der Geschichte.

Musikalisch und kulturell bereichert wurde die Veranstaltung durch Tanzdarbietungen des russlanddeutschen Kulturzentrums Kubis aus Worms sowie Liedvorträge des russlanddeutschen Chors Taliza aus Alzey.

„Erinnerung und Verantwortung“

Kranzniederlegung in Bad Cannstatt zum Tag der Heimat 2026

In stillem Gedenken an die Opfer von Flucht und Vertreibung versammelten sich am Tag der Heimat 2026 Vertreterinnen und Vertreter der Vertriebenenverbände und Landsmannschaften im Kurpark Bad Cannstatt. Am Mahnmal wurde an jene Menschen erinnert, die durch Krieg, Verschleppung und Vertreibung ihr Leben oder ihre Heimat verloren.

Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkstunde von der Siebenbürger Blasmusik Stuttgart. Nach der Begrüßung durch den BdV-Landesvorsitzenden Hartmut Liebscher richtete der Präsident des Landtags von Baden-Württemberg, Thomas Strobl, ein Grußwort an die Anwesenden. Auch Stuttgarts Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper nahm an der Gedenkveranstaltung teil.

Die Gedenkansprache hielt Joschi Ament, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn. Dabei ging es nicht nur um Zahlen, Jahreszahlen und politische Entscheidungen. Im Mittelpunkt standen die Menschen dahinter – Familien, die von einem Tag auf den anderen ihre Heimat, ihre Sicherheit und vielfach auch Angehörige verloren.

Gerade im Jahr 2026, 80 Jahre nach Beginn der Vertreibung der Ungarndeutschen, wurde das Gedenken für Ament zu einer ganz persönlichen Erinnerung. Rund 32.000 Ungarndeutsche wurden 1944/45 zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion verschleppt, etwa 220.000 wurden aus Ungarn vertrieben, während rund 200.000 in ihrer Heimat verblieben.

Auch Aments eigene Familiengeschichte steht beispielhaft für dieses Schicksal: 13 Angehörige wurden nach Russland deportiert, 24 Familienmitglieder 1946 vertrieben und 13 weitere blieben in Ungarn. Unter den Vertriebenen waren sein Vater und seine Urgroßeltern.

Im Anschluss legte Joschi Ament den Kranz der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn nieder. Ein Moment der Stille – und zugleich ein Moment des Erinnerns an die Menschen hinter den Zahlen.

„Erinnerung ist Verantwortung“, lautete die zentrale Botschaft. Verantwortung, die Wahrheit auszusprechen, den Opfern ihre Namen und Würde zu bewahren und ihre Geschichte an die nächste Generation weiterzugeben. Gerade als Ungarndeutsche und als Enkelgeneration der Vertriebenen bleibt dieser Auftrag lebendig.

„Bekenntnis und Verantwortung: Unser Kulturgut verbindet Europa“

Tag der Heimat in Stuttgart

Ein eindrucksvolles Zeichen für Erin-nerung, Zusammenhalt und gelebte Kultur setzte der Bund der Vertriebe-nen Baden-Württemberg beim dies-jährigen Tag der Heimat in Stuttgart. Unter dem Leitwort „Bekenntnis und Verantwortung: Unser Kulturgut ver-bindet Europa“ wurde deutlich, dass die Geschichte der Heimatvertrie-benen nicht nur Teil der Vergangen-heit ist, sondern auch heute noch viele Menschen und Generationen bewegt.

Der Landesvorsitzende des BdV Baden-Württemberg, Hartmut Liebscher, konnte in der voll besetz-ten Stuttgarter Liederhalle zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Landsmannschaften, Vertriebenenverbände und der Landespolitik begrüßen. Grußworte sprachen unter anderem Muhterem Aras MdL, Vizepräsidentin des Landtags von Baden-Württemberg, sowie Ministerial-direktorin Isabel Kling in Vertretung von Heimatministerin Marion Gentges MdL. Die Festansprache hielt BdV-Präsident Stephan Mayer MdB.

Besonders eindrucksvoll war das vielfältige Kulturprogramm. Tanz, Blasmusik und Gesang aus den Reihen der Siebenbürger Sachsen, Donauschwaben, Banater Schwaben, Deutschen aus Russland und Egerländer machten sichtbar, wie lebendig das kulturelle Erbe der Heimatvertriebenen bis heute ist. Kultur verbindet – über Generationen und über Grenzen hinweg.

Gerade 2026, im Jahr des 80. Jahrestages von Flucht und Vertreibung, hat diese Botschaft beson-deres Gewicht. Auch die Ungarndeutschen mussten Entrechtung, Verschleppung und Vertreibung erfahren.

Für die LDU ist deshalb klar: Die Enkelgeneration trägt eine besondere Verantwortung. „Wir haben die Vertreibung nicht selbst erlebt – aber wir tragen Verantwortung dafür, dass die Geschichte unserer Eltern und Großeltern nicht verloren geht“, betonte Bundesvorsitzender Joschi Ament.

Erinnerung bedeutet dabei nicht, in der Vergangenheit stehenzubleiben. Sie bedeutet, Herkunft zu kennen, kulturelles Erbe zu bewahren und daraus Brücken für die Zukunft zu bauen. Genau darin liegt die bleibende Bedeutung des Tages der Heimat.

Bilder: Jürgen Harich

„Karpatendeutsche auf Entdeckungsreise durch Ungarn“

Eine Studienreise voller Geschichte, Begegnungen und ungarndeutscher Gastfreundschaft

Geschichte erleben, Landschaften entdecken und Menschen begegnen: Anfang August 2026 begab sich eine Reisegruppe der Karpatendeutschen Landsmannschaft aus München gemeinsam mit der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn, Landesverband Bayern, auf eine abwechslungsreiche Studienreise durch Ungarn und nach Wien.

Bereits der erste Reisetag hielt einen besonderen Höhepunkt bereit. In Albertkázmérpuszta wurde die Reisegruppe von Georgy Németh in der historischen Kázmér Csárda empfangen, die in einem ehemaligen Habsburger Verwalterhaus untergebracht ist. Dort kam es zu einem persönlichen Austausch mit Angehörigen des Hauses Habsburg.

Über Esztergom und Budaörs ging es weiter nach Budapest. Neben beeindruckenden historischen Sehenswürdigkeiten stand die Begegnung mit der ungarndeutschen Gemeinschaft im Mittelpunkt. Im Haus der Ungarndeutschen gab Johann Schuth, Chefredakteur der „Neuen Zeitung“, einen informativen Einblick in Geschichte und Gegenwart der Ungarndeutschen.

In Pécs/Fünfkirchen erwarteten die Gruppe weitere Begegnungen, unter anderem im Lenauhaus. In Geresdlak beeindruckten liebevoll gestaltete Museen und die herzliche Bewirtung durch die örtliche deutsche Selbstverwaltung.

Der Höhepunkt der Reise war der Besuch in Pusztavám/Pußtawam. Nach dem Gottesdienst folgten Besichtigungen und ein herzlicher Empfang im Kulturzentrum. Maßgeblich organisiert wurde das Programm von Tibor Gerlinger, der sich mit großem Engagement um die Gäste kümmerte. Für die kulinarische Seite sorgte Attila Stettner, der ein hervorragendes Kesselgulasch zubereitete. Bei Kesselgulasch, Kuchen und Wein kamen die Gäste mit Mitgliedern der deutschen Gemeinschaft und auch mit Bürgermeister Michael Csordas ins Gespräch. Gemeinsam gesungene deutsche Volkslieder sorgten für einen stimmungsvollen und geselligen Abschluss.

Über Sopron und Wien führte die Reise schließlich zurück nach München. Was blieb, waren viele neue Eindrücke, herzliche Begegnungen und die Gewissheit: Die Verbindungen zwischen den deutschen Volksgruppen leben – durch gemeinsame Geschichte, Kultur und Freundschaft.

Quelle: Elise Chaumiole/Karpatendeutsche Landsmannschaft, Georg Hodolisch/LDU-Bayern

„Gedenken an die verschwundenen Umsiedler“

Feierstunde des Bessarabiendeutschen Vereins in Stuttgart

Erinnerung verbindet: Mitte September 2026 kamen im Heimathaus des Bessarabiendeutschen Vereins e. V. in Stuttgart Vertreter verschiedener deutscher Landsmannschaften und Vertriebenenverbände zu einer Feierstunde zusammen. Im Mittelpunkt stand das Gedenken an die sogenannten „verschwundenen Umsiedler“ und an ihr Schicksal während der nationalsozialistischen Herrschaft.

Anlass der Veranstaltung war das zehnjährige Bestehen der Gedenkstätte des Bessarabiendeutschen Vereins. Sie erinnert an Bessarabiendeutsche, die im Zuge der Umsiedlung von ihren Familien getrennt, in Krankenanstalten eingewiesen und vielfach Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde wurden.

Nach der Begrüßung durch die Bundesvorsitzende des Bessarabiendeutschen Vereins, Brigitte Bornemann, und einer Andacht wurde eine neu gestaltete Gedenktafel enthüllt. Sie trägt die Namen von 207 Menschen, die inzwischen als Opfer der NS-„Euthanasie“ identifiziert werden konnten.

Grußworte sprachen Ministerialdirigentin Anne-Katrin Leukhardt vom Ministerium für Ländlichen Raum und Heimat in Baden-Württemberg sowie Werner Carlhoff von der Deutsch-Baltischen Gesellschaft. Sie unterstrichen die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur und der Zusammenarbeit der deutschen Heimatvertriebenenverbände.

Einen vertiefenden Einblick gab Dr. Hartmut Knopp mit seinem Vortrag über die nationalsozialistischen Krankenmorde im Stuttgarter Umland. Ergänzend wurden anhand ausgewählter Fallbeispiele die Lebenswege und Schicksale verschiedener Opfergruppen vorgestellt. Eine Führung durch die Dauerausstellung und musikalische Beiträge rundeten die Feierstunde ab.

Die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn war durch Alfred Freistädter, Mitglied des Landespräsidiums, vertreten. Seine Teilnahme unterstrich die Verbundenheit der verschiedenen deutschen Landsmannschaften und die gemeinsame Verantwortung, Erinnerung und Geschichte auch für kommende Generationen lebendig zu halten.

„Gestern, heute und morgen“

Bewegendes Podiumsgespräch im Gerlinger Rathaus

Wie kaum ein anderer Ort steht Gerlingen für die Geschichte, Integration und Verbundenheit der Ungarndeutschen in Baden-Württemberg. Mitte September wurde im Sitzungssaal des Rathauses im Rahmen der Ausstellung des Stadtmuseums „80 Jahre Vertreibung der Deutschen aus Ungarn“ über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft diskutiert.

Auf dem Podium saßen Albrecht Sellner, Ehrenbürger und ehemaliger Bürgermeister Gerlingens, Dr. András Izsák, Generalkonsul von Ungarn in Stuttgart, und Joschi Ament, Bundesvorsitzender der LDU. Moderiert wurde das Gespräch von Stadtarchivleiter Klaus Herrmann.

Besonders eindrucksvoll schilderte der 1935 geborene Albrecht Sellner seine Kindheitserinnerungen an die Ankunft der Ungarndeutschen in Gerlingen. Lebhaft berichtete er, wie sich die Vertriebenen in das Leben der Stadt einfügten und schließlich selbst kommunalpolitisch Verantwortung übernahmen. Er spannte den Bogen von den ersten Schritten der Integration über die Patenschaft Gerlingens für die LDU 1969, die Ungarnreisen des Patenschaftsrates bis zur von ihm mitgestalteten und 1987 unterzeichneten Städtepartnerschaft mit Tata.

Joschi Ament stellte die Entwicklung aus persönlicher und ungarndeutscher Sicht dar – von der Zerrissenheit seiner eigenen Familie über die schwierigen Anfänge bis zur Integration und zur versöhnenden Wirkung der Charta der Heimatvertriebenen.

Dr. Izsák beleuchtete die politische Entwicklung Ungarns: von den damaligen Entscheidungen zur Vertreibung bis zur späteren offiziellen Anerkennung des Unrechts und der Entschuldigung. Ungarn hat zudem seit 2012 den 19. Januar als nationalen Gedenktag.

Den Blick nach vorne richtete Ament optimistisch: Die Integration der Heimatvertriebenen sei ein großes Glück für Baden-Württemberg gewesen. Die LDU stehe heute vor neuen Herausforderungen, doch die Nachfolgegeneration vernetze sich auf moderne Weise und entdecke ihre Familiengeschichte zunehmend neu. Deshalb, so Ament, müsse einem um die Zukunft der Ungarndeutschen und der LDU nicht bange sein.

Ungarndeutsche Anliegen im Mittelpunkt

Bundesaußenminister Johann Wadephul trifft Gregor Gallai

Besondere Begegnung für die Ungarndeutschen: Beim ersten offiziellen Ungarnbesuch von Bundesaußenminister Dr. Johann Wadephul seit seinem Amtsantritt standen auch die Anliegen der ungarndeutschen Gemeinschaft im Mittelpunkt.

Am 14. September 2026 reiste Bundesaußenminister Dr. Johann Wadephul zu seinem ersten offiziellen Besuch nach Ungarn. Zugleich war es der erste Besuch eines deutschen Außenministers in Budapest seit 2019. Im Mittelpunkt standen die deutsch-ungarischen Beziehungen, die europäische Zusammenarbeit, wirtschaftliche Fragen sowie die gemeinsame Geschichte beider Länder.

Wadephul traf in Budapest unter anderem den neuen ungarischen Staatspräsidenten András Bálint Baka sowie seine ungarische Amtskollegin Dr. Anita Orbán. Bei den Gesprächen wurde ein Neubeginn der deutsch-ungarischen Beziehungen und eine stärkere Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union vereinbart. Für 2028 ist zudem ein deutsch-ungarisches Kulturjahr vorgesehen.

Von besonderer Bedeutung für die ungarndeutsche Gemeinschaft war das persönliche Gespräch von Dr. Johann Wadephul mit Gregor Gallai dem Vertreter der Ungarndeutschen im ungarischen Parlament. Dabei erhielt der deutsche Außenminister Einblicke in die aktuelle Situation der ungarndeutschen Gemeinschaft und in die parlamentarische Arbeit für die deutsche Nationalität in Ungarn.

Damit fand auch die Stimme der Ungarndeutschen ihren Platz im Rahmen dieses hochrangigen deutsch-ungarischen Besuchs. Gerade im Jahr 2026 – 80 Jahre nach Verschleppung und Vertreibung der Ungarndeutschen – besitzt ein solcher Austausch besondere Bedeutung.

Die Begegnung zeigt zugleich, welche Brückenfunktion die Ungarndeutschen innerhalb der deutsch-ungarischen Beziehungen einnehmen: Sie verbinden Sprache, Kultur, Geschichte und persönliche Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Für die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn ist es deshalb ein wichtiges Zeichen, dass die Belange der Ungarndeutschen auch auf höchster Ebene des deutsch-ungarischen Dialogs sichtbar sind. Eine besondere Begegnung – und eine besondere Ehre für die Ungarndeutschen.

„Städtepartnerschaften verbinden: Gemeinsam für die deutsch-ungarische Freundschaft“

Deutsch-ungarisches Treffen in Stuttgart verbindet gemeinsame Geschichte mit neuen Perspektiven für die Zukunft

Mitte September trafen sich im Liszt-Institut in Stuttgart Vertreterinnen und Vertreter der deutsch-ungarischen Städte- und Gemeindepartnerschaften zu einem besonderen Austausch. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie diese kommunalen Verbindungen heute gelebt werden und welche Perspektiven sich für ihre weitere Entwicklung ergeben.

Den wissenschaftlichen Impuls gab Prof. Dr. Márta Fata mit ihrem Beitrag zu ihrem Buch „Mit der Vergangenheit in die Zukunft. Die Ungarndeutschen und die Siedlungsmigration im 18. Jahrhundert“. Dabei wurde deutlich, wie eng Geschichte, Erinnerung und die heutigen Beziehungen zwischen Deutschland und Ungarn miteinander verbunden sind.

Auf diesen wissenschaftlichen Beitrag folgte der konkrete Praxistransfer. Bürgermeisterinnen und Bürgermeister verschiedener Kommunen aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz berichteten aus erster Hand, wie die Zusammenarbeit mit ihren ungarischen Partnerkommunen auf kommunaler Ebene funktioniert. Dabei ging es um langjährige Partnerschaften, persönliche Begegnungen, gemeinsame Projekte und insbesondere auch um die Frage, wie diese Verbindungen für die jüngere Generation und die Zukunft weiterentwickelt werden können.

Nach der Podiumsdiskussion bot der anschließende Empfang des Staatsministeriums Baden-Württemberg Gelegenheit, die Gespräche in zahlreichen persönlichen Tischgesprächen weiter zu vertiefen und zu intensivieren. Neue Kontakte wurden geknüpft, Ideen ausgetauscht und konkrete Anknüpfungspunkte für zukünftige Kooperationen entwickelt.

„Für unsere LDU ist diese Entwicklung ein wichtiges Zeichen: Städtepartnerschaften zeigen, wie aus gemeinsamer Geschichte lebendige europäische Zukunft entstehen kann. Gerade im Gedenkjahr „80 Jahre Vertreibung“ wird damit sichtbar, welche nachhaltige Kraft aus Erinnerung, persönlicher Begegnung und gemeinsamer Verantwortung erwachsen kann“, so das Resümee des Bundesvorsitzenden Joschi Ament.

Ungarndeutsche im Blick

Dr. Petra Loibl zu Gast in Pécs/Fünfkirchen

Während ihres Besuchs in Pécs/Fünfkirchen lernte Dr. Petra Loibl, Mitglied des Bayerischen Landtags und Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, die ungarndeutsche Gemeinschaft und ihre aktuellen Anliegen näher kennen.

Auf Einladung von Ibolya Hock-Englender, Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, und Dr. Susanne Gerner, Honorarkonsulin der Bundesrepublik Deutschland, nahm Dr. Loibl an einem gemeinsamen Mittagessen teil. Im Mittelpunkt stand ein persönlicher und zugleich zukunftsorientierter Austausch über die Situation der Ungarndeutschen, den Erhalt ihres kulturellen Erbes sowie die Bedeutung der engen Beziehungen zwischen den deutschen und ungarndeutschen Gemeinschaften.

Besprochen wurden auch Möglichkeiten, bestehende Partnerschaften weiter zu stärken und neue Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln. Gerade der direkte persönliche Austausch schafft dabei Raum für gegenseitiges Verständnis, gemeinsame Perspektiven und konkrete Ideen für die Zukunft.

Im Rahmen ihres Programms besuchte Dr. Petra Loibl zudem das Lenau Haus in Fünfkirchen. Dort stand insbesondere der Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der deutschen Gemeinschaft in der Branau im Mittelpunkt.

Der Besuch unterstrich einmal mehr die Bedeutung der engen Verbindungen zwischen Bayern, Deutschland und der ungarndeutschen Gemeinschaft. Der begonnene Dialog soll künftig weiter vertieft und mit Leben gefüllt werden.

Heimatvertriebene und Heimatverbliebene – gemeinsam für das kulturelle Erbe

6. Internationale Fachtagung bringt junge Generationen und deutsche Minderheiten zusammen

Vom 28. bis 30. August 2026 fand in Frankfurt am Main die 6. Internationale Fachtagung der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten (AGDM) in der FUEN statt. Unter dem Titel „Heimatvertriebene und Heimatverbliebene – Zwei Seiten der gleichen Medaille“ brachte sie Vertreter der Landsmannschaften, deutscher Minderheiten, Wissenschaft, Politik und Kultur zusammen. Die Tagung stand unter der Schirmherrschaft des Hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie junge Menschen für die Bewahrung und Vermittlung des deutschen Kulturerbes gewonnen werden können. Anna Schulteisz, Vorsitzende der Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher (GJU), stellte die Arbeit der jungen Ungarndeutschen vor und moderierte eine Podiumsdiskussion mit Jugendvertretern verschiedener Landsmannschaften und deutscher Minderheiten. Ein wichtiges Ergebnis: Jugendnetzwerke müssen grenzüberschreitend gestärkt und gemeinsame Projekte entwickelt werden.

Auch die Möglichkeiten moderner Wissensvermittlung standen im Mittelpunkt. Ibolya Hock-Englender, Vorsitzende der LdU in Ungarn, präsentierte die ungarndeutschen Lehrpfade als beispielhaftes Projekt. Die Themenwege verbinden Geschichte, Sprache, Kultur und lokale Erinnerung und machen das kulturelle Erbe unmittelbar erlebbar. Das 2015 initiierte Projekt hat sich inzwischen zu einem Netzwerk zahlreicher Lehrpfade entwickelt.

Die Tagung machte deutlich: „Heimat verbindet – über Grenzen, Generationen und Entfernungen hinweg“ und „Kulturelles Erbe bleibt lebendig, wenn wir es gemeinsam weitergeben – und wenn junge Menschen Raum bekommen, es mitzugestalten“. Für die LDU-Deutschland, die durch Alfred Freistädter, Mitglied des Bundesvorstandes, vertreten war, bedeutet dies zugleich einen klaren Auftrag: Netzwerke ausbauen, junge Menschen einbinden und unser gemeinsames ungarndeutsches Kulturerbe sichtbar und lebendig halten.